„Ich wünsche uns Zukunft!“, meinte Siegmar Junker, Bezirkskantor von St, Maria, und beschloss damit die Liste der guten Wünsche, welche die Junge Kantorei St. Maria an diesem heißen Jubiläumswochenende entgegen nehmen durfte. Und was kann sich ein Kinder- und Jugendchor in Zeiten von Ganztagsbetreuung und demographischem Wandel auch Schöneres wünschen?

Zwanzig Jahre ist es her, dass der damals frisch gebackene Bezirkskantor die Idee hatte, Kindern und Jugendlichen Chorgesang mit geistlichem Hintergrund näher zu bringen. Unterstützt von professioneller Stimmbildung – so die Idee – seien die Kinder gut durch die Untiefen des Stimmbruchs zu begleiten und zu soliden und begeisterten Sängerinnen und Sängern auszubilden. Mehrere Eltern waren bald von dieser Idee überzeugt und so wurde 1995 die Junge Kantorei St. Maria gegründet. Dass die Idee seit nunmehr 20 Jahren trägt und reiche Frucht bringt, davon konnten sich die Besucher des Jubiläumkonzertes im Pfarrzentrum St. Theresia mit eigenen Ohren überzeugen.

Denn hier gab es neben mehrstimmigem Chorgesang, vorwiegend im Bereich des Neuen Geistlichen Liedes angesiedelt, die seltene Gelegenheit, einige der Chorsängerinnen im Duett, Quartett oder solistisch zu erleben. Eine echte Entdeckung stellte dabei die 13jährige Matilda Fleygnac dar, die mit ihrem klaren, kräftigen Sopran trotz ihrer jungen Jahre äußerst selbstbewusst umzugehen weiß. Mit ihrem Solo-Auftritt, bei dem sie „Where ever you walk“ aus dem Oratorium „Semele“ von Georg Friedrich Händel vortrug, begeisterte sie das Publikum.

Ähnlich eindrucksvoll präsentierte sich die gesamte Stimmbildungsgruppe der Sopranistin Antonietta Jana bei ihrem Auftritt. Die 13 jungen Damen besuchen einmal in der Woche die Stimmbildung im Rahmen der Chorproben der Jungen Kantorei, die neben Antonietta Jana auch von Anna Gruszczynska betreut wird, und brachten bei ihrem Auftritt „Cantate Domino“ von Nancy Hill Cobb zu Gehör. Die Qualität der Chorarbeit, die hier geleistet wurde und wird, spiegelt sich in der Natürlichkeit und Sicherheit wider, mit der sich die jungen Mädchen ihrem Publikum präsentieren.

Diese Arbeit beginnt schon bei den ganz Kleinen im Kindersingkreis unter Leitung von Adele Weidlich. Frisch und dennoch pronounciert, lebendig und mitreißend zeigte der Nachwuchs sowohl während des Festgottesdienstes am Morgen als auch beim Jubiläumskonzert am Nachmittag, was er so „drauf hat“ und zauberte damit in so manches Gesicht ein Lächeln. Ein wirklich anstrengender Tag für die jungen Sänger zwischen vier und neun Jahren, gerade angesichts der enormen Temperaturen, den sie jedoch hervorragend meisterten.

Doch nicht nur die ganz Jungen, sondern auch die bereits etwas Älteren waren zum Jubiläum gekommen. Zahlreiche ehemalige Sängerinnen und Sänger folgten der Einladung und verstärkten die Reihen der Jungen Kantorei an diesem Festtag, sodass Siegmar Junker die Freude hatte einen gut 75köpfigen Chor führen zu dürfen. Das letzte Worte hatte allerdings nicht der Chorleiter, sondern die Elternband und der eigens gegründete „Elternchor“, der sich für die tolle Arbeit der vergangenen 175.000 Chorstunden mit einem eigens gedichteten Song bedankte.